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Kulturdialog – Impulse – Vernetzung – Kooperation
Empfehlungen der Plattform
Burgenländischer Kulturbund
Text: Dr. Lygia Simetzberger
(Version 24. Jänner 2012, bleibt in Arbeit)
Für die Kulturpolitik unseres Landes ist ein kulturelles Gesamtkonzept erforderlich, insbesondere ein tragfähiges PR-Konzept zur Verbesserung der Kommunikation und zum Aufbau von Netzwerken.
Hier einige Anregungen dazu (wobei die Großprojekte, die ohnehin reichlich Zuwendung genießen, nicht berücksichtigt werden).
Wer meint, zur Realisierung bedürfe es einer Vielzahl von Personen und eine Riesenmenge Geld, der irrt gewaltig. Es braucht geringen personelen und finanziellen Aufwand, aber klappt nur mit viel Engagement, Know-How und – Liebe.
Es braucht kein Expertenheer, oft schon genügt ein einziger KATALYSATOR, eine tüchtige, charismatische Persönlichkeit.
Es gehört einiges ein bisserl gewendet, und schon sind wir auf gutem Kurs!
INHALT
1. KOMMUNIKATION – AUFGABEN DES KULTURAMTES
2. KOMMUNIKATION – AUFGABEN DER KULTURSCHAFFENDEN
3. INTERESSENVERTRETER/IN – KULTURSERVICE
4. WICHTIGES KOMMUNIKATIONSORGAN: WEBPORTAL
5. KOOPERATION KULTURAMT – KULTURSCHAFFENDE
6. IMAGEARBEIT und sonstige FÖRDERUNG der KUNSTSCHAFFENDEN
7. PRÄSENTATION DER KONTEMPORÄREN KUNST
8. BESSERE BEDINGUNGEN BEI AUSSTELLUNGEN
9. INTERNATIONALITÄT
10. JUNGE TALENTE FÖRDERN
11. KONSTRUKTIVE POLITIK
12. NEUE WEGE IN DER KUNST
13. WERTSCHÄTZUNG IN DER GESELLSCHAFT
14. FÖRDERUNG: ES MUSS KEINESWEGS IMMER GELD SEIN
15. POTENZIALE NUTZEN – KREATIVITÄT IST WICHTIG
16. ANTEIL AN DER REGIONALEN GESTALTUNG
Hinweis: Es gibt vereinzelt Wiederholungen einzelner Absätze, da diese thematisch zu verschiedenen Abschnitten passen.
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VORWORT
Viele Anregungen – aber es liest sich komplizierter, als es ist. Es geht im Grunde um eine neue Gesinnung. Kulturförderung, Kulturpolitik ist keine Holschuld, sondern eine Bringschuld. Und moderne, professionelle Öffentlichkeitsarbeit ist nicht gleich „unbezahlte Werbeeinschaltung“ oder Feuerwehrmaßnahme, sondern viel, viel mehr.
Die Landesbeauftragten sollen auf die Menschen zugehen, deren Interesse sie vertreten und nicht warten, bis sich alle bei ihnen melden. ECHTES ENGAGEMENT und nicht Administration nach Vorschrift.
Und auch die Kulturschaffenden haben ihre Verpflichtungen – wir sind eine Interessengruppe, jeder ist Teil eines Kollektivs mit zahlreichen gemeinsamen Interessen. Einsame graue Wölfe mag es geben, es ist aber nicht nachahmenswert.
Nicht nur Selbstverwirklichung und eigene Wertschöpfung, sondern auch ECHTES ENGAGEMENT im Kulturleben sind gefragt.
All dies lässt sich nicht verordnen, aber entwickeln, vorleben, aufzeigen, empfehlen…
1. KOMMUNIKATION – AUFGABEN DES KULTURAMTES
KLARHEIT, TRANSPARENZ bezüglich der Kommunikation zwischen Kulturabteilung und Kulturschaffenden (AnsprechpartnerInnen, Zuständigkeit, Sprechtage, Fotos)
AUSBAU der Online-Kommunikation durch eine ECHTE Kulturservice-Seite (siehe das SüdostKULTURnetz, das mit einer gesamtburgenländischen Seite nach diesem Muster verbunden werden kannm bzw. nun auch burgenlandweit das Informationsservice der Plattform Burgenländischer Kulturbund)
moderne PUBLIC RELATIONS-Strategien (so wie man’s bei Profis lernt) wie zum Beispiel Vertrauensbildung, auf die Bedürfnisse der Zielgruppen eingehen
spezielle Zielgruppen wie z.B. Jugend, 50plus, Frauen BEOBACHTEN statt sie mit einer Ausschreibung einmal pro Jahr abzuspeisen – echtes ENGAGEMENT bedeutet mehr: Informationen für diese Zielgruppen sammeln, bündeln, selektieren, weitergeben, servicen, Zielgruppen ermutigen, Kontakthemmschwelle nehmen
neue Medien nutzen, beispielsweise Facebook, YouTube – sowohl um zu FINDEN als auch um zu GEBEN
IMAGEARBEIT für die Kunst in unserem Land – z.B. in Kulturfachzeitschriften, im Kontakt mit Galerien und sonstigen Kultureinrichtungen
Ein ca. 14tägiger Newsletter sollte regelmäßig im Web abrufbar sein bzw. an AbonnentInnen versendet werden – aber kein knochentrockener, sondern ein sympathischer, der informiert, aber auch zu Tun animiert, der ein Fenster in die große weite Kulturwelt ist
BESCHAFFUNG von Möglichkeiten für heimische Kunstschaffende durch Austausch mit anderen Regionen und mit Kulturstädten und flotte Weitergabe wertvoller Hinweise
Das WEIBLICHE im Management wird oft vermisst. Die Kulturpolitik wird nach alten Strukturen gemacht, es fehlt die „Seele“, das Werbende, Nachhaltige, Bemühte, „Treusorgende“, das Einfühlsame, die Geduld, die Wärme, die mütterliche Sorge sozusagen. Die Zeit des Patriarchats ist vorbei. Zeit zur Veränderung.
Wert der EINZELGESPRÄCHE: Es ist ein kleines Land. Es gibt Hunderte, aber nicht Tausende Kunstschaffende. Einzelgespräche sind kein Ding der Unmöglichkeit, denn nicht jede/r braucht ein Einzelgespräch.
Ein profundes Einzelgespräch kann wegweisend sein – Hinweis auf eine Teilnahme-Möglichkeit, Weiterbildungsmöglichkeit, Ermutigung in einer Krise, Unterstützung auf der Suche nach einer Lösung – beispielsweise durch eine NLP-geschulte Person in der Kulturabteilung oder einen InteressenvertreterIn mit Coaching-Ausbildung.
AUSTAUSCH – Erfahrungsaustausch, gegenseitige Hilfestellung –– Vorträge – jeder von uns hat andere Fähigkeiten und Erfahrungen gemacht, leitet Vereine, schreibt, organisiert… es wäre schon gut, wenn wir uns gegenseitig voneinander berichten. Vernetzung, regionale Treffen (ohne dominante WirtInnen) – Kooperationsmöglichkeiten ergeben sich.
Arbeitgruppen anregen, fördern, unterstützen – zum Beipiel gerade jetzt, auf der Suche nach Anregungen aus den Reihen der Kulturschaffenden. Aber ohne Manipulation des Entscheidungsfindungsprozesses, wie ich dies bei anderen sogenannten Fördereinrichtungen hierzulande leider noch vorkommt.
2. KOMMUNIKATION – AUFGABEN DER KULTURSCHAFFENDEN
Arbeitgruppen bilden, Informationen nutzen. Treffen, gemeinsame Projekte, Bildungsfahrten zu Ausstellungen, ins Ausland…
AUSTAUSCH – Erfahrungsaustausch, gegenseitige Hilfestellung –– Vorträge – jeder von uns hat andere Fähigkeiten und Erfahrungen gemacht, leitet Vereine, schreibt, organisiert… es wäre schon gut, wenn wir uns gegenseitig voneinander berichten. Vernetzung, regionale Treffen (ohne dominante WirtInnen) – Kooperationsmöglichkeiten ergeben sich.
RUNTER VOM EGOTRIP, weg vom Konkurrenzdenken und Futterneid. Hin zur Kooperation, zum Austausch, zur Vernetzung. Wir brauchen nicht einsame Wölfe sondern sollen unsere Aktiväten vernetzen und harmonisieren.
GNERATIONEN ÜBERGREIFEND. Erfahrene sollen die Jüngeren unterstützen, die Jüngeren inspirieren die Reiferen mit ihren Perspektiven und ihrer Art, die Welt zu erleben.
Vernetzung, regionale Treffen (ohne dominante WirtInnen) – Tipss werden weiter gegeben, Kooperationsmöglichkeiten ergeben sich. Unabhängige Stammtische schaffen.
Kulturvereine sollten OFFEN sein für Anregungen, beispielsweise von BesucherInnen und nicht immer den bequemsten Weg gehen. Warum nicht einal eine Behindertenband einladen, auch wenn das verwöhnte Publikum Jazzgrößen gewähnt ist? Wenn wir alle mal über unseren Schatten springen, wird unsere Koexistenz fröhlicher verlaufen.
3. INTERESSENVERTRETER/IN – KULTURSERVICE
Die Kulturschaffenden benötigen ein Sprachrohr! Eine/nStellvertreterIn, eine Person, die für sie intern und nach außen PR-Agenden übernimmt, als SprecherIn, NetzwerkerIn, InteressenvertreterIn, kurzum, KulturmanagerIn. Diese Person, diese/r KOMMUNIKATOR/IN entlastet auf der anderen Seite auch die Kulturabteilung und sollte entsprechend gefördert und unterstützt werden.
Das Südburgenland würde meines Erachtens eine/n eigene/n InteressenvertreterIn benötigen, der sein Wirken auf die spezielle Situation abstimmt. Man sollte diesbezüglich verschiedene Modelle überlegen.
Seit einigen Tagen stellt sich die Plattform Burgenländischer Kulturbund als unabhängige freiwillige Interessenvetretung allen Kulturschaffenden als Anlaufstelle zur Verfügung.
Dies demonstriert: Es ist möglich, dass wir uns alle unter einem gemeinsamen Dach treffen und austauschen, und es bedarf dazu keines großen Aufwandes.
Sprecher Informationmanager, PR-Manager, Coach, Berater, Online-Redakteurin, alles in einem, und nimmt möglichst rege am vielfältigen Kulturgeschen teil um infomiert zu bleiben, besucht auch Events im benahchbarten Ausland, um Kontakte zu knüpfen, führt fallweise Einzelgespräche (Orientierugsgespräche, Coaching, Beratung – je nach Bedarf), lanciert fallweise Berichte, sammelt Medienberichte, betreut im Rahen des Machbaren eine Dokumentation. Person muss im Kulturgeschehen integriert sein, engagiert, neutral, sollt enciht mit Beginn der Freizeit abschalten, sondern auch auch bei privaten Reisen nach kulturellen Impulsen Ausschau halten, Fachwissen und Herzlichkeit in sich vereinen.
4. WICHTIGES KOMMUNIKATIONSORGAN: WEBPORTAL
Information über Kutlurevents, Ausschreibungen, Wettbewerbe (auch in anderen Regionen, Länder)n, Rechtliches, Förderungen, Berichte, Tipps, Dokumenation über offizielle und private Kultureinrichtungen und vieles mehr kann man nirgends so gut und kostengübstig plakatieren wie im Internet.
Wegen der speziellen Bedürfnisse des Südburgenlandes wurde schon vor einiger Zeit das SüdostKULTURnetz (SoKuN) als Serviceeinrichtung vor Ort bei Events und als Informationsportal geschaffen. (Diesem geht eine längerwährende Erprobung in Kärnten mit dem Portal Gailtalnetz voraus, das von Bildhauerei und Brauchtum bis zu Gastronomie und Gesundheit schon sehr viele kulturelle Aspekte umfasst.)
Nun gibt es auch die burgenlandweite Service der Plattform Burgenländischer Kulturbund mit ähnlichen Aktivitäten.
Auch hier zeigt sich, wie unkompliziert ein solches Kulturservice funktioniert. Eine Verlinkung der beiden Seiten, und schon können beide Netzwerke problemlos zusammenarbeiten.
Die Seite SüdostKULTURnetzwerk vermittelt bereits einen Eindruck, wie ein Kulturservice für Kulturschaffende und Kulturfreunde aussehen kann. Mit ein wenig Unterstützung und ein wenig Webprogrammeirung kann auch ein Selbsteintragungssystem beigegeben werden und die Seite optisch professioneller gestaltet werden, was sowohl das Niveau du die Handhabung als auch das Informationsangebot erhöht.
Auch die Präsentation verdienter, auch bereits verstorbener – KünstlerInnen, MusikerInnen etc., die die Kulturlandschaft des Burgenlandes präg(t)en, sollte nach und nach erfolgen. Ihr Werk, ihr Biografien. Ganz besonders die vielen Zuwandernden aus anderen Ländern werden froh über eine besseren Informationszugang sein.
5. KOOPERATION KULTURAMT – KULTURSCHAFFENDE
Ob individuell, ob in Gruppen, Netzwerken, Kutlurvereinen, ob Geschäftsführer eines Kulturzentrums – ein heißer Draht zu Kulturamt – Informationsaustausch in beide Richtungen bietet Vorteile, das liegt klar auf der Hand.
Nun wird die Kulturabteilung aber auch nicht besonders glücklich ein, wenn sie mit einer Flut an Zuschriften, unsere Aktivitäten betreffend, zugeschüttet würde.
Weit sinnvoller ist es, eine Kommunikationsseite – z.B. die des Burgenländischen Kulturbundes – als Informationsorgan zu benutzen, um Ausstellungen, Projekte, Konzerte etc. allgemein publik zu machen (wenn es so gewollt ist, selbstverständlich).
In den Reigen sollten auch kulturelle Einrichtungen wir z.B. Büchereien, Museen etc. treten.
Es könnte eine Kulturbörse eingerichtet werden und es könnte auf einer eigenen Infoseite mitgeteilt werden, wo es interessante Ausstellungsmöglichkeiten gibt bzw. wo Veranstaltungen geplant sind, bei denen eine Teilnahme von Kreativen erwünscht ist, und dergleichen.
Hier zeigt sich, wie wichtig die einigende, koordinierende, vermittelnde Kraft eines/r Interessenvertreter/s/In bzw. Kulturmanager/s/In ist, der/die einen Überblick über die Kulturlandschaft hat, Netzwerke schafft und die Kulturschaffenden mithilfe der Service-Webseite mit wichtigen Informationen versorgt.
Dank der Koordination eine/s/r solchen Kommunkator/s/In, dank einer solchen Kulturdrehscheibe wird das Kulturamt wesentlich entlastet. Natürlich werden weiterhin bilaterale Kontakte zu verschiedenen Kultureinrichtungen bzw. Kulturschaffenden gepflegt werden, aber es gibt eine konstante Anlaufstelle.
6. IMAGEARBEIT und sonstige FÖRDERUNG der KUNSTSCHAFFENDEN
IMAGEARBEIT für die Kunst in unserem Land – z.B. in Kulturfachzeitschriften
WÜRDIGUNG der Kulturschaffenden durch Vergabe von Ehrenurkunden und anderen Auszeichnungen, verdiente Persönlichkeiten werden geehrt durch Gedenktafeln, Denkmäler, Platzbezeichnungen, Gedenkveranstaltungen…
PRÄSENTIEREN der heimischen Kunstschaffenden durch eine permanente Ausstellung in würdigem Rahmen und mit internationalem Niveau – auch bereits verstorbene verdientre Kunstschaffende – Prantl, Ambrosi, Sauerzopf… – Ziel: ein Querschnitt, der die ganze Vielfalt zeigt, aber auch die Verbundenheit zu diesem Land.
SCHAFFUNG eines Ortes der internationalen künstlerischen Begegnung - eventuell in Kooperation mit anderen Ländern, Präsenz und Beitragsleistung z.B. nach Beteiligung in Flächeneinheiten – und zwar hell, freundlich, modern, nachhaltig – eine Art Konferenzzentrum, frei, offen, künstlerisch ansprechend gestaltet, frische Architektur.
BESCHAFFUNG von Präsentationsmöglichkeiten für heimische Kunstschaffende durch Austausch mit anderen Regionen und mit Kulturstädten, um ihnen den Zugang erleichtern (wir verlieren einen guten Teil unserer kreativen Energie durch Organisatorisches, Administratives und Werbemaßnahmen – glücklich der, der durch familiäre Manager/technische Helfer u.dgl. entlastet wird, ist nicht jedem beschieden)
Der Wert der EINZELGESPRÄCHE: Es ist ein kleines Land, und es gibt Hunderte, aber nicht Tausende Kunstschaffende. Einzelgespräche sind kein Ding der Unmöglichkeit. Ein profundes Einzelgespräch kann wegweisend sein – Hinweis auf eine Teilnahme-Möglichkeit, Weiterbildungsmöglichkeit, Ermutigung in einer Krise, Unterstützung auf der Suche nach einer Lösung – beispielsweise durch eine NLP-geschulte Person in der Kulturabteilung oder einen InteressenvertreterIn mit Coaching-Ausbildung.
7. PRÄSENTATION DER KONTEMPORÄREN KUNST
WÜRDIGUNG der Kulturschaffenden durch Vergabe von Ehrenurkunden und anderen Auszeichnungen, verdiente Persönlichkeiten wrden geehrt durch Gedenktafeln, Denkmäler, Platzbezeichnungen,…
PRÄSENTIEREN der heimischen Kunstschaffenden durch eine permanente Ausstellung in würdigem Rahmen und mit internationalem Niveau – auch bereits verstorbene verdientre Kunstschaffende – Prantl, Ambrosi, Sauerzopf… – Ziel: ein Querschnitt, der die ganze Vielfalt zeigt, aber auch die Verbundenheit zu diesem Land.
SCHAFFUNG eines Ortes der internationalen künstlerischen Begegnung - eventuell in Kooperation mit anderen Ländern, Präsenz und Beitragsleistung z.B. nach Beteiligung in Flächeneinheiten – und zwar hell, freundlich, modern, nachhaltig – eine Art Konferenzzentrum, frei, offen, künstlerisch ansprechend gestaltet, frische Architektur.
„Ausbooten“ der Kunst rückgängig machen, beispielsweise im Kulturzentrum Güssing, wo Ausstellungen auf Stellwänden auf dem Gang stattfinden statt in den (mittlerweile permanent vermieteten) Räumen.
Professionelle, durchdachte Öffentlichkeitsarbeit für die ATELIERTAGE der burgenländischen Kunstschaffenden (ist mir fürchterlich in Erinnerung, hier ist leider nicht Raum für eine Schilderung) – Neugestaltung – Drucksorten, PR-Arbeit.
Zahlreiche noch unvollendete Arbeiten des großen Bidlhauers Gustinus Ambrosi verlangen danach, gewürdigt zu werden. Sei es durch Fertigstellung der Entwürfe, sei es dadurch, dass diese Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese Anmerkung ist auf eine Anregung von Prof. Lehner zurückzuführen, der immer wieder auf dieses Thema zu sprechen kommt.
8. BESSERE BEDINGUNGEN BEI AUSSTELLUNGEN
Kunst hat Recht – zur Zeit eine Kampagne des IG Autoren Autorinnen und der vbk – nicht nur das Respektieren der Urheberrechte ist das Problem, sondern es gibt auch das Problem der Selbstausbeutung der Kusntschaffenden und das mangelnde Verständnis und den Egoismus der Kulturpartner wie z.B. Hotel- und Restaurantbesitzer, Wirte, „Kuratoren“ in öffentlichen Räumen (Verwaltungs-, Regierungsgebäuden,…) – hier ist im Interesse der Kulturschaffenden anzuhebeln – Kunstschaffende sind nicht Lakaien. Zusagen sind bindend. Kein Aufhängen von Bildern ohne entsprechende Präsentation. Thema: mangelnder RESPEKT und VERSTÄNDNIS. RAHMENBEDINGUNGEN schaffen durch Bewusstmachen, ev. durch einen MUSTERVERTRAG.
RESPEKT und VERSTÄNDNIS müssen erwirkt werden. Es kam offensichtich zu einer laufenden Abwertung des Künstlertums, dem dringend gegengesteuert werden muss. Folgende Richtlinien sollten Allgemeingut werden wie ein Kollektivvertrag, wie eine Mindestnorm für Ausstellende. Ende der entwürdigenden Ausbeutung und Selbstausbeutung. Zusagen sind bindend. Kein Aufhängen von Bildern ohne entsprechende Präsentation.
Betriebe, die die Exponate als Dekoration, als Wandschmuck auf Zeit betrachten, sind zur Mindestabnahme eines Werkes verpflichtet, und entsprechend ist es auch Obliegenheit der Kunstschaffenden, solchen PartnerInnen, die nicht einmal im Gastfreundschaft etwas zu trinken anbieten, den Dienst zu verweigern, weil sie mit ihrer Unterwürfigkeit sich und allen schaden.
Auch geht es nicht an, dass Kunstschaffende honigsüß eingeladen werden, ihre Bilder zu bringen, und diese hängen dann wochenlang unbeachtet – z.B. sang- und klanglos in einem Hotel. Es soll ausbedungen werden, dass die Hotelgäste auf diese Exponate aufmerksam gemacht werden. Dies dient auch dem Image der Kunst (eigentlich Abschnitt 6.)
SINNVOLLE Öffnungszeiten: In einem Kulturzentrum gab es nur die Vernissage, dann blieb das Haus geschlossen. Ein anderes Ausstellungszentum lockte mit einem bewirtschafteten Gebäude – ließ Aussteller darob in Unwissenheit, doch diese erfuhren es zum Glück nicht rechtzeitig um die Verpflichtung zu stornieren. Es handelte sich um ausländische Künstler, sie waren entsetzt. Solche Erfahrungen werfen kein gutes Licht auf unser Land, auf unsere Kulturlandschaft.
Es geht nicht an, dass den KünstlerInnen als Dank fürs Ausstellendürfen je ein Werk abgenommen wird. Es sollte – in vernünftigen Grenzen natürlich – stattdessen ein Ankauf pro Ausstellung zur USANCE werden.
9. INTERNATIONALITÄT
Augenmerk auf INTERNATIONALITÄT statt binnenburgenländischem Denken (in der Kulturarbeit im Interesse der Kunstschaffenden). Es bringt Kunstschaffende nicht weiter, wenn sie ständig im eigenen Land touren. Ab und zu ist es OK. Ber Kunst braucht Dynamik, Austausch mit anderen Kulturen, soll in die Welt hinaus gehen.
MÖGLICHKEITEN für heimische Kunstschaffende schaffen – durch Austausch mit anderen Regionen und mit Kulturstädten, Auschauhalten nach Artist-in-Residence-Programmen, sonstigem Kulturaustausch.
Internationale Präsenz bedeutet: zumindest die wichtigsten Inhalte der Webseiten auch in englischer Sprache und auch englischsprachige Info bei bedeutenderen Ausstellungen.
Kulturaustausch mit Ungarn, Slowenien, Slowakei bedeutet: in den angrenzenden österreichischen Regionen sollten Einladungen, Speisekarten, Eröffnungsreden etc. zweisprachig sein. Im Kunstverein Köszeg z.B. läuft wie selbstverständlich alles bilingual. In Sopron wurde bei einer Vernissage natürlich alles von einem heimischen Dolmetsch gedolmetscht. Was glauben wir Österreicher eigentlich, wer wir sind?
10. JUNGE TALENTE FÖRDERN
JUNGE Leute sollen Kunst als etwas Positives, Erstrebenswertes erleben und sich ANGENOMMEN fühlen. Maßnahmen ergreifen, um die Voraussetzungen zu schaffen.
Kunst soll Spass machen – von Kindheit auf. Die Kreativität versiegt, sobald sie mit Zwang verbunden ist – mit genauen Vorgaben und Noten in der Schule zum Beispiel.
Headhunting, (Jugend-)Coaches, Mentoren – Talente notieren, anschreiben, einladen…
Nicht alle Eltern sind ausgebildete Coaches und Psychologen… Nicht immer ist es leicht die besondere Begabung eines Kindes zu erkennen. Bekannt ist das Schicksal vieller Hochbegabten, die in Sonderschulen landeten…
Weg von Prüfungsstress, Stoff zum Auswendiglernen, Überfotderung mit Lernstoff, hin zu einer Achtung der Individualität und zu echter Förderung, Entdecken von Talentesignalen sollte PädagogInnen und Eltern vertraut werden.
Im Internet ist ein inspirierendes Bildungskonzept im Umlauf, auf Wunsch gerne.
11. KONSTRUKTIVE POLITIK
WEG vom zerstörerischen Parteienhickhack, hin zur SACHE: Es geht nicht an, dass man sich um jugendliche Kulturpreisträger nicht kümmert, nur weil das Landesjugendreferat eine andere Parteifarbe hat – und das gilt natürlich umgekehrt genau so. Es schadet denen, die gefördert werden sollen.
KUNST ist auch eine Form der UNTERHALTUNG – und mehr – und es geht nicht an, dass jeder Musiker selbstverständlich eine Gage erhält, während KünstlerInnen für ihre Ausstellungen für Musik und Buffett und die Unkosten der Einladungen, Plakate etc. aufkommen müssen. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass Kunst heute in den seltensten Fällen ein Geschäft ist…
Man wird NEUE WEGE auch auf dem Gebiet der bildenden Kunst beschreiten müssen – es gibt heilsame, wohltuende Kunst, es gibt fröhliche, unterhaltsame Kunst, es gibt engagierte, provokante Kunst, Performance – alles hat seinen Stellenwert. Es sollten Orte der Begegnung gefunden werden, die diesen unterschiedlichen Ausrichtungen entsprechen. Also KUNST entsprechend der ENERGIE, die sie ausstrahlt. Wohlfühl-Oasen, Symbiosen mit Shopping-Malls und Ausflugszielen, ungenutzte Lagerhallen und alte Fabriken. Einbindung in Öko-, Energie- und derlei Veranstaltungen. Wer macht dies alles ausfindig, gibt es weiter?
Zeitalter der KOOPERATION: Viele Ziele sind leichter durch Zusammenarbeit zu erreichen, so auch hier. Kunst und Landwirtschaft, Technik & Kunst, neue Kombinationen ersinnen – Gemeinden darüber aufklären, dass Kultur mehr ist als Blasmusik, menschliche Ressourcen nutzen
12. NEUE WEGE IN DER KUNST
In dieser Wendezeit wird die Kreativität noch mehr zunehmen. Immer mehr Menschen erwachen und lernen, ihre Kreativität auszuleben. Wenn wir alle KünstlerInnen – was hat das für die Kunst für Folgen?
Auf jeden Fall hat es zur Folge, dass wir neue Wege beschreiten werden.
Die Kreativität wird sich wie selbstverständlich mehr und mehr mit allen anderen Lebensbereichen verbinden und die persönliche Entwicklung fördern, Erholung bieten, unterhaltend, inspirierend, heilsam sein. Was für die Musik gilt, gilt auch für die bildende Kunst.
CROSSOVERS mit verschiedenen Kulturgattungen, neuartige Symposien, Festivals – klein, aber fein, originell, neue Ideen
besondere WERTSCHÄTZUNG für Musik, Lyrik, Bilder, Fotografie, Tanz etc., die gut tun, erholsam, heilsam sind – das soll wieder einen Stellenwert bekommen – vielleicht ein RETRO-Prozess – zurück zum Schönen, Guten, Heilsamen…
LAND ART in Zusammenarbeit mit der Landbevölkerung, Feuerwehr – auch kulturtouristisch ein interessantes Geschehen
den Kulturkonsumierenden die Kunst durch leicht verdauliche Events näherbringen – mit Kunst, die auch Spass macht, mit Animation zu Mitmachen, spontanes Malen, Kunst verknüpft mit Erlebnissen und Objekten, die vertraut und angenehm sind, z.B. Einkaufsbummel, Beauty Salon, Honiggläsern…. – solche ungewöhnlichen Begegnungen anregen, forcieren
13. WERTSCHÄTZUNG IN DER GESELLSCHAFT
Dazu müssen natürlich wir KünstlerInnen auch unseren Teil beitragen:
Kunst ist durch den Aktionismus und Ekelkunst für viele Menschen in Misskredit geraten. Schönes, Ästhetisches wird auch heute oft zu Unrecht als Kitsch oder als zu brav belächelt. Es soll wieder AKZEPTABEL werden, Kunst zu produzieren, die Wohlbehagen auslöst. Kunst soll auch erklärt, interpretiert, feinfühlig und lustvoll nahegebracht werden. Viele Menschen in unserem Land fühlen sich mit Kunst völlig unbeholfen.
Erhebend, wohltuende Kunst: Dies ist nicht im Sinn einer Verkitschung oder Verniedlichung gemeint. Wir verlassen die Phase des völligen kulturellen Niederganges und nutzen unsere Schöpferkraft für Positives. Nach und nach wird mit dem guten Bauchgefühl die Wertschätzung wieder kommen.
Grenzziehung zwischen Kunst und Gebrauchskunst, ernster und humorvoller Kunst soll bedeutungslos sein – Kunst, die sich Mitteln der Werbung und der Unterhaltung bedient, um auf diesen neuen Wegen Beachtung zu finden, soll ebenfalls gewertschätzt werden – sogar besondere Anerkennung für ein Ausbrechen aus den alten Schemata, die wie Ausläufer des Mäzenatentums anmuten, das kaum mehr existiert, daher überlaufen sind.
Wo bleiben die Ärzte, Anwälte, KrankenpflegerInnen, Therapeutinnen, Kindergärtnerinnen, MittelschulprofessorInnen, LehrerInnn, wo bleiben die KunsterzieherInnen, die neue Impressionen in die Schulen tragen sollten? Bei Vernissagen sieht man immer nur ein paar Beflissene, Freunde, Angehörige, wo bleibt die übrige große Zahl? Vor dem Fernseher? Das kann es doch bittes nicht sein, das die KünstlerInnen nur für ihre KollegInnen ausstellen, oder? Künstlerschwemme? Überforderung? Erschöpfung der Gesellchaft? Zu unspektakulär? Zu ernst?
Es wird Zeit für einen Bewusstseinswandel mit gegenseitiger Wertschätzung, mit Neugier und Lernbereitschaft, mit Überwinden der Bequemlichkeit.
Bei Bier und Würstln, bei Wein und Brettljause wird nicht gepart, aber es ist deprimierend, wenn man als Künstler nicht einmal einen Ersatz für die Fahrtspesen abgegolten bekommt. Wenn selbst kleine Arbeiten gegen eine Anerkennung im einstelligen Eurobereich keine Abnehmer finden. Es sollte den Menschen, die zu Vernissagen gehen, um sich zu unterthalten, bewusst gemacht werden, dass Aplaus zwar motivierend ist, aber wirkliche Förderung der Kunst durch einen Ankauf erfolgt. Eine kleine Geste z.B. durch den Erwerb einer Kunstkarte kann auch schon Freude machen.
Alternative wäre nur, für ein Kunstereignis ebenso Eintritt zu kassieren wie für ein Konzert.
Ja, es wird Zeit, sich diesbezüglich neue Wege zu überlegen.
14. FÖRDERUNG: ES MUSS KEINESWEGS IMMER GELD SEIN
MANCHE BRAUCHEN ERMUTIGUNG, MANCHE ANERKENNUNG, MANCHE GELD, ALLE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT…
Nicht alle haben den gleichen sozialen Background – der eine schafft’s ohne finanzielle Förderung, der anderen braucht Starthilfe. Es soll nicht alles über einen KAMM geschoren werden, sondern es sollten die Lebensumstände berücksichtigt werden. Beispielweise hat eine Person, die von ihrem gut situierten Lebenspartner miterhalten werden kann und keine Existenznot kennt, einen ganz anderen Start als eine Alleinerzieherin mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Bei solchen Chancenungleichheiten klingt es zynisch, wenn jemand sagt, es ist doch allein zu schaffen, er habe seine Karriere auch locker geschafft.
Manche brauchen es, dass ihnen eine Chance geboten bekommen, manche brauchen Lob, Ermunterung. Daher ist es auch verfehlt, Kultursubventionierung ans Ausfüllen von Formularen zu binden, die auf Kostenplanung und aufs Ansuchen um Geldmitteln zugeschnitten sind. Vielleicht wäre eine Beratung zielführend, oder die Weitergabe von Kontaktdaten, die Information über eine Asuschreibung im Nachbarland?
Einzelgespräche sind kein Ding der Unmöglichkeit. Ein profundes Einzelgespräch kann wegweisend sein – Hinweis auf eine Teilnahme-Möglichkeit, Weiterbildungsmöglichkeit, Ermutigung in einer Krise, Unterstützung auf der Suche nach einer Lösung – beispielsweise durch eine NLP-geschulte Person in der Kulturabteilung oder eine/n InteressenvertreterIn mit Coaching-Ausbildung.
15. POTENZIALE NUTZEN – KREATIVITÄT IST WICHTIG
Wirtschaftsexperte werden nicht müde uns zu versichern, wie wichtig Kreativiätt und Innovation sind. Dass wir diese Fähigkeiten immer mehr brauchen werden.
Und wie schaut die Realität aus?
Wann werden die kreativen Kräfte im Land WIRKLICH in die Entscheidungsfindung eingebunden? Wann werden sie um Beiräge zur Ortsbildgestaltung gefragt? Wann werden sie eimal ausdrücklich zu einer Gemeindeversammlung oder zu einer Gemeineratssitzung einladen, um aus ihrer Perspektive neue Ideen einzubringen?
Es gibt positive Ausnahmen, wo eine aufgeschlossene Gemeinde Künstler unterstützt. Aber es sind leider Ausnahmen. In den meisten Gemeinden werden die Künstler nicht beachtet, nicht gewertschätzt, was auch mit mangelndem Kunstverständnis und Unsicherheit zusammenhängt, aber auch mit Geldmangel und der Verschuldung der meisten Gemeinden. Nun, es wird es aber doch wohl möglich sein, einmal etwas Leistbares auf die Beine zu stellen…
16. ANTEIL AN DER REGIONALEN GESTALTUNG
Dorfplätze, Kirchtürme, Brunnen ähneln einander in den meisten Gemeinden wie ein Ei dem anderen. Kann man nicht da und dort ein Gespräch mit den Gemeindevertretern führen und sie zu einer Anfrage bei den Kunstschaffenden im Dorf bewegen?
Kulturwegweiser: Seit ich weiß, dass die meisten Kulturgemeinderäte auch für Sport zuständig sind, weiß ich, warum so wenig für Kultur geschieht…
Im Dorfleben galten Kunstschaffende, SchauspielerInnen, Heilkundige lange Zeit als Außenseiter, als Spinner. Wie viel kreatives Potenzial ist ungenützt! Man könnte Impulse an die Gemeinden geben…
Ein- bis zweimal im Jahr z.B. ein Treffen der Gemeindemanager mit kreativen Köpfen in der Gemeinde zu gemeinsamer Ideenfindung für die Gemeinde. Eine entsprechende Anerkennung für die Anregungen bzw. die Beteiligung sollte selbstverständlich sein.
Dieses Papier wird voraussichtlich noch überarbeitet.
Rückfragen, Kontakt:
Dr. Lygia Simetzberger
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Version 24 01 2012